Ein verpasster Anruf von einer fremden Nummer, keine Nachricht auf der Mailbox - und sofort die Frage: Wer war das? Viele suchen dann nach einem Dienst, der zur Nummer einen Namen ausspuckt. Das ist in Deutschland aus gutem Grund schwierig. Die bessere Frage lautet deshalb nicht „Wem gehört die Nummer?“, sondern „Was will der Anrufer von mir?“. Die lässt sich meistens schnell beantworten.
Warum Sie den Namen meist nicht bekommen
Name und Anschrift zu einer Rufnummer sind personenbezogene Daten. Ihr Telefonanbieter gibt sie nicht einfach heraus, und es gibt kein öffentliches Verzeichnis aller Handynummern. Eine Rückwärtssuche im Telefonbuch funktioniert nur bei Anschlüssen, deren Inhaber sich freiwillig in ein Verzeichnis haben eintragen lassen - viele Handynummern stehen dort gar nicht. Seiten, die gegen Bezahlung „den Inhaber jeder Handynummer“ versprechen, liefern nach unserer Erfahrung meist nur das, was Sie ohnehin kostenlos sehen können: Vorwahl, Netz und ein paar Kommentare.
Anders sieht es bei Firmen aus. Callcenter, Paketdienste und Arztpraxen rufen oft von Nummern an, die auf der eigenen Website stehen. Eine normale Suchmaschinensuche nach der vollständigen Nummer bringt hier oft schon den Namen.
Was Sie stattdessen herausfinden können
- Die Art der Nummer: Beginnt sie mit 015, 016 oder 017, ist es eine Handynummer. Eine Vorwahl wie 030 oder 089 steht für ein Festnetz-Ortsnetz. Nummern mit 032 sind ortsunabhängig und werden oft von Callcentern oder Internettelefonie genutzt.
- Das ursprüngliche Netz: Bei Handynummern zeigt der Nummernblock, welchem Netz er von der Bundesnetzagentur zugeteilt wurde. Wegen der Rufnummernmitnahme kann der Anschluss heute aber in einem anderen Netz sein.
- Die Erfahrungen anderer: Werbe- und Betrugsanrufe gehen nicht an eine Person, sondern an Tausende. Auf werruftmichan.de sehen Sie, was andere über eine Nummer schreiben und wie oft sie gesucht wurde.
Taucht eine Nummer in den meistgesuchten Nummern auf, läuft fast immer gerade eine Anrufwelle - dann wissen Sie zwar nicht, wem der Anschluss gehört, aber ziemlich sicher, worum es geht.
Wann Sie den Inhaber wirklich brauchen
Bei harmlosen Werbeanrufen ist der Name nebensächlich: Sie blockieren die Nummer und, wenn es unerlaubte Telefonwerbung war, melden Sie sie bei der Bundesnetzagentur. Anders bei Bedrohungen, Belästigung oder einem Betrugsversuch. Dann ist nicht Ihre eigene Recherche der richtige Weg, sondern die Polizei oder bei wiederholten belästigenden Anrufen Ihr eigener Anbieter. Behörden können Anschlussinhaber auf rechtlichem Weg ermitteln, Privatpersonen nicht.
Beachten Sie außerdem: Die angezeigte Nummer kann gefälscht sein. Wer sich per Rufnummer-Spoofing eine fremde Nummer ins Display legt, macht den echten Inhaber zum Unbeteiligten. Rufen Sie ihn nicht wütend zurück, nur weil seine Nummer bei Ihnen auftauchte.
Unser Rat für die Praxis: Geben Sie die Nummer zuerst oben in die Suche ein und lesen Sie, was andere berichten. Wenn Sie danach noch unsicher sind, ob ein Rückruf sinnvoll ist, lesen Sie, was beim Rückruf einer unbekannten Nummer passieren kann, und wie Sie herausfinden, woher eine Nummer kommt.