Das Handy klingelt einmal, vielleicht zweimal, und bevor Sie rangehen können, ist es still. Zurück bleibt ein verpasster Anruf von einer Nummer, die Sie nicht kennen. Genau dieses Gefühl - „Da wollte doch jemand etwas“ - ist das Geschäftsmodell. Der Anrufer will gar nicht mit Ihnen sprechen. Er will, dass Sie ihn anrufen.
Wie die Masche funktioniert
Die Täter lassen automatisiert sehr viele Nummern kurz anklingeln. Ein Teil der Angerufenen ruft zurück und landet laut Bundesnetzagentur häufig bei Bandansagen, die die Leitung möglichst lange besetzen sollen. Das reicht von unverständlichen fremdsprachigen Ansagen bis zu angeblichen Gewinnspielen oder Paketzustellungen. Jede Minute kostet, und der Rückrufende zahlt.
Der besonders fiese Teil: Viele Ping-Nummern sehen auf den ersten Blick deutsch aus. Die Bundesnetzagentur nennt als Beispiel die Vorwahl von Madagaskar, 00261, die man leicht mit der Ortsvorwahl von Koblenz, 0261, verwechselt. Wer im Display nur auf die letzten Ziffern schaut, hält den Anruf für einen aus der Region.
So erkennen Sie einen Ping-Anruf
- Es klingelt nur sehr kurz, oft nur einmal.
- Die Nummer beginnt mit 00 oder + und einer Ländervorwahl, die nicht +49 ist.
- Sie erwarten keinen Anruf aus diesem Land.
- Es gibt keine Nachricht auf der Mailbox.
- Andere Nutzer berichten über dieselbe Nummer. Prüfen Sie das auf der Startseite oder in den neuen Nummern, denn Ping-Wellen treffen viele Menschen gleichzeitig.
Was die Bundesnetzagentur dagegen tut
Für eine Reihe von Auslandsvorwahlen hat die Bundesnetzagentur die Mobilfunkanbieter verpflichtet, vor dem Rückruf eine kostenlose Preisansage zu schalten. Sie hören dann, dass die Nummer im Ausland liegt und teuer sein kann, und können kostenlos auflegen. Diese Pflicht ist laut Bundesnetzagentur befristet bis zum 1. März 2027 und gilt nur für die dort gelisteten Vorwahlen. Verlassen Sie sich also nicht darauf: Unsere Einschätzung ist, dass der sicherste Schutz immer noch die eigene Gewohnheit ist, unbekannte Auslandsnummern grundsätzlich nicht zurückzurufen.
Wenn Sie schon zurückgerufen haben
- Legen Sie sofort auf, sobald Sie eine Bandansage hören.
- Prüfen Sie Ihre nächste Rechnung oder den Einzelverbindungsnachweis.
- Blockieren Sie die Nummer am Handy oder im Router.
- Melden Sie den Anruf bei der Bundesnetzagentur über deren Online-Formular. Hilfreich sind Datum, Uhrzeit, die angezeigte Nummer und eine Beschreibung, was beim Rückruf passiert ist.
Ein Ping-Anruf ohne angezeigte Nummer kann übrigens nicht verfolgt werden, weil es nichts zum Zurückverfolgen gibt. Hier hilft nur Ignorieren.
Als nächsten Schritt lohnt ein Blick in die Vorwahlen-Übersicht, damit Sie Auslands- und Sondernummern künftig auf einen Blick erkennen. Allgemeine Regeln zum Rückruf finden Sie unter Was passiert, wenn man eine unbekannte Nummer zurückruft?