Die Frage, ob die Bank anrufen darf, führt ein wenig in die Irre. Natürlich darf sie das, und manchmal tut sie es auch. Viel wichtiger ist eine andere Frage: Was verlangt der Anrufer von Ihnen? Genau daran scheitern falsche Bankmitarbeiter, und genau daran können Sie sie zuverlässig erkennen - viel zuverlässiger als an der Nummer im Display.

Wann echte Bankanrufe vorkommen

Ihre Bank kann Sie im Rahmen Ihrer Geschäftsbeziehung kontaktieren, etwa wenn Sie um einen Rückruf gebeten haben oder ein Termin mit Ihrem Berater ansteht. Anders ist es bei Werbung: Anrufe, mit denen Ihnen ein neues Produkt verkauft werden soll, sind bei Verbrauchern nur mit Ihrer vorherigen ausdrücklichen Einwilligung erlaubt. In der Regel ruft eine Bank aber nicht unaufgefordert an, um ein dringendes Sicherheitsproblem am Telefon zu lösen.

Was Ihre Bank am Telefon nie verlangt

  • Ihre PIN, eine TAN, Ihr Online-Banking-Passwort oder einen Bestätigungscode
  • eine Freigabe in der TAN- oder Banking-App, um eine angebliche Abbuchung zu „stornieren“
  • eine Überweisung auf ein angebliches „Sicherheitskonto“
  • die Installation einer Fernwartungs-App auf Ihrem Handy oder Computer
  • die Herausgabe Ihrer Karte an einen Boten, der bei Ihnen klingelt

Besonders tückisch ist die Masche mit der Push-TAN. Der Anrufer behauptet, eine verdächtige Abbuchung lasse sich nur stoppen, wenn Sie den Vorgang in der App bestätigen. Tatsächlich geben Sie damit eine Überweisung frei. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat genau diesen Ablauf dokumentiert. Lesen Sie deshalb in der App immer, was Sie bestätigen: Steht dort „Überweisung“ oder „Auftrag“, ist es keine Stornierung.

Die Nummer im Display beweist nichts

Viele Betroffene haben die Nummer während des Gesprächs geprüft und waren beruhigt, weil sie zur Bank passte. Rufnummern im Display lassen sich aber fälschen (Call-ID-Spoofing). Seit Dezember 2022 gibt es in Deutschland zwar strengere Regeln gegen manipulierte Nummern, und Anrufe aus dem Ausland dürfen keine deutsche Rufnummer mehr anzeigen. Trotzdem berichten Verbraucherzentralen weiterhin von Anrufen, bei denen die Nummer der Hausbank oder eine fast identische Nummer erschien. Die angezeigte Nummer ist also kein Echtheitsbeweis.

So reagieren Sie richtig

  • Legen Sie auf, sobald nach Zugangsdaten oder Freigaben gefragt wird. Das ist nicht unhöflich.
  • Nutzen Sie nicht die Rückruftaste. Wählen Sie die Nummer von Ihrer Bankkarte, aus Ihrem Kontoauszug oder von der offiziellen Website.
  • Haben Sie schon etwas freigegeben oder Daten genannt? Rufen Sie sofort Ihre Bank an oder den Sperr-Notruf 116 116 und lassen Sie Karte und Online-Banking sperren.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, auch wenn kein Geld geflossen ist.

Wenn Sie bereits Daten herausgegeben haben, finden Sie die nächsten Schritte unter Ich bin auf einen Phishing-Anruf reingefallen. Allgemeine Warnsignale haben wir unter Wie erkenne ich Fake-Anrufe? zusammengestellt. Und wenn Sie wissen möchten, ob eine bestimmte Nummer schon anderen aufgefallen ist, geben Sie sie auf der Startseite ein.